Chronik

Gründerzeit

Die Wurzeln des OVH gehen bis in das Jahr 1880 zurück. Damals fanden sich ein paar Musikfreunde um unser verstorbenes Ehrenmitglied Georg Wassmuth zusammen. Auch in der Zeit um die Jahrhundertwende existierte in  Hostenbach eine familiäre Kapelle (Familie Rupp, Egges), sowie revolutionärerweise eine Damenkapelle. Diese Spielgruppen waren damals schon weit über die Saar hinaus bekannt. Einige Jahre vor dem 1. Weltkrieg entstand unter Führung des Blechwalzwerkes in Hostenbach der „Musikverein Harmonie“. 1920 wurde diese Werkskapelle aufgelöst. 2 Jahre später gründeten die verbliebenen Hostenbacher Musiker, sowie Kameraden, die aus der Musikkapelle der Steinkohlengrube Hostenbach (wurde zum OV Schaffhausen) austraten den Orchesterverein Hostenbach. Der 1. Dirigent war der damals 22 – jährige Phillip Wassmuth, als erster saß Johann Orth dem Verein vor. Zu jener Zeit war es noch kein reines Blasorchester, sondern ein gemischtes Streich- und Blasorchester.

Nachkriegszeit

Mit der Evakuierung des Saargebietes war der Verein praktisch am Ende. Die Bomben und Plündereien des 2. Weltkrieges machten auch vor den Instrumenten nicht halt. Dennoch erhob sich der OVH 1947 wieder wie Phönix aus der Asche.
Erneut übernahm Philipp Wassmuth das Amt des Dirigenten und Rudolf Bierbrauer den Vorsitz. Leider kamen 5 gute Musiker (Georg, Helmut und Herrmann Wassmuth, Peter Rinkenbach und Christian Köhler) nicht mehr aus dem Krieg zurück. Sie hinterließen nicht nur eine Lücke in den Herzen ihrer Angehörigen sondern auch im Orchester. Der Wiederaufbau stagnierte. 1952 gab Phillip Wassmuth den Dirigentenstab an Peter Rinkenbach weiter, da er sich aufgrund einer Krankheit nicht mehr dem Verein im benötigten Maße hingeben konnte. 1958 ging es dem Orchester so schlecht, dass auf einer Mitgliederversammlung über die Auflösung des Vereins debattiert werden musste! Auf dieser Versammlung wurde Rudi Joa zum neuen Vorsitzenden gewählt. Einen festen Dirigenten gab es nicht mehr, jeder Musiker versuchte sich als Dirigent. Schließlich bekam der OVH wieder einen Dirigenten in Person von Wilhelm Köhler. Die Mitgliederzahl hatte sich mittlerweile auf 67 dezimiert, aber dieser kleine Rest trat verbissen den Existenzkampf an. Ihnen ist es zu verdanken, dass der Orchesterverein Hostenbach heute noch existent ist.

Wiederaufbau

Wilhelm Köhler gelang es damals binnen kurzer Zeit mit einem zusammengewürfelten Haufen bei den 1. Wertungsspielen in der Unterstufe den 1. Preis mit der Note „Hervorragend“ zu erspielen. 1959 fand das erste Weihnachtskonzert statt. Im Jahre 1961 gelang das gleiche in der Mittelstufe. Außerdem wurde im Jahr 1961 die 300 – Mitgliedermarke durchbrochen. In dieser Zeit entstand auch eine langjährige Freundschaft mit dem Musikvereinen Rammersweiler (Schwarzwald) und Bregenz (Österreich). Das 40 – jährige Bestehen (1962) und das damit verbundene Stiftungsfest stellten bis dato den Höhepunkt des Vereinslebens dar.
Mit dem Wirtschaftswunder in den 60gern entwickelte sich auch der OVH, es wurde musiziert und musiziert. 1963 fuhr der OVH mit 200 Ausflüglern auf 4 Omnibuse verteilt nach Trittenheim (Mosel). Es existieren Zeitungsberichte die von einer „friedlichen Invasion“ berichten. 1964 wurde ein Schellenbaum, dank vieler Spenden angeschafft, 1965 die Vereinsfahne. Man spielte in Bregenz und im Kursaal von Bad Mondorf…1969 wurde das erste Schülerorchester gegründet. Leider konnte Wilhelm Köhler diesen besonderen Erfolg nicht lange genießen, im April 1970 verstarb er und hinterließ erneut eine Lücke. Sein Nachfolger wurde der bekannte Trompeter Rudi Daub, dessen Kompetenz und Geschick es zu verdanken war, dass kein erneuter Bruch entstand und die musikalische Arbeit erfolgreich weitergeführt werden konnte.

Das Orchester im Jahr 1966
Das Orchester im Jahr 1966

1971 feierte man auf Musikfesten in der Schweiz große Erfolge. 1972 wurde mit Begeisterung das 50 – jährige Bestehen gefeiert. Bei diesem Anlass war der Orchesterverein Hostenbach auch Ausrichter des Kreismusikfestes des Kreises Saarlouis. Im Jahr 1975 wurde Ernst Kiefer neuer Dirigent des OVH, da der bisherige Dirigent Rudi Daub zum Leiter der Werkskapelle Röchling ernannt wurde. Auf dem Familienabend 1976 konnte der damalige Weihbischof Jakobi als Gast begrüßt werden. Nach 20jähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender trat Rudi Joa 1978 zurück. Sein Nachfolger wurde der damals 2. Vorsitzende Werner König.

Die Ära König und der OVH heute

Im Jahre 1991 legte Ernst Kiefer sein Amt als Dirigent nieder. Da es nicht möglich war auf Anhieb einen geeigneten Nachfolger zu finden übernahm der 1. Vorsitzende Werner König den Taktstock. Zu dieser Zeit lief es erneut nicht mehr rund. Man war stellenweise gezwungen mit weniger als 20 Musikern Auftritte zu spielen. Damit das Weihnachtskonzert erhalten blieb, tat man sich mit der ebenfalls personalschwachen Musikabteilung des TV Geislautern zusammen (heute Ars Nova) und spielte Gemeinschaftskonzerte in Geislautern und Hostenbach. Als 1993 unser langjähriger Musikfreund Ralph-Dieter Kettermann zum neuen Dirigenten ernannt wurde, ging es schnell personell und musikalisch wieder bergauf. Es wurden neue Vereinsfreundschaften eingegangen und es wurde wieder eine ordentliche Nachwuchsarbeit geführt. Die durch eine Schulaktion gewonnen Musiker (1991) konnten 1995 in einer Spielgruppe zusammengeschlossen und ein paar Jahre später ins Orchester integriert werden. In dieser Zeit wuchs die Beteiligung des OVH an BSM/JMS – Seminaren und Jungbläserlehrgängen (1 x D3, 2 x D2, 6 x D1). Das Weihnachtskonzert 1996 wurde mit über 50 Musikern in noch nie dargewesener Stärke bestritten. Anlässlich des 75 – jährigen Vereinsbestehens 1997 wurde ein großes Fest mit bekannten Künstlern und viel Musik organisiert. Das Highlight war sicherlich die Liveübertragung des Saarländischen Rundfunks am Sonntagmorgen. Hier waren der bekannte Schlagersänger Peter Sebastian, sowie das Duo Janez & Irena zu Gast. 1998 fuhr der OVH mit 2 Bussen nach Prag auf Konzertreise. Dort wurde sogar ein Fanclub gegründet.  Im Januar 1999 trat unser allseits beliebter Dirigent Ralph-Dieter Kettermann aus persönlichen Gründen zurück. Im März 1999 konnte mit Jörg Engels bereits ein geeigneter Nachfolger präsentiert werden. Im Jubiläumsjahr 2002 tritt Werner König nach 24 Jahren im Amt des ersten Vorsitzenden zurück. Als Nachfolger wurde einstimmig unser ehemaliger Dirigent Ralph-Dieter Kettermann gewählt.
Aus beruflichen Gründen musste Ralph-Dieter Kettermann jedoch den Vorsitz Anfang 2005 abgeben. In der Generalversammlung 2005 wurde Hermann-Josef Schnur zum 1. Vorsitzenden des Orchestervereins Hostenbach gewählt. Ungeachtet einer äußerst positiven Bilanz seiner Tätigkeit, tritt Hermann-Josef Schnur nach nur zwei Amtsjahren als erster Vorsitzender im Januar 2007 zurück. Zu seiner Nachfolgerin wählt die Generalversammlung 2007 Barbara Rupp (heute: Cavelius). Nach 8 Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Dirigent war Jörg Engels aus familiären Gründen gezwungen, sein Amt mit dem Ende des Weihnachtskonzerts 2007 niederzulegen.

Ohne Dirigent und ohne Trompetensatz ging es in das Jahr 2008, weshalb sich die Musikerinnen und Musiker des Orchestervereins Hostenbach sich mit dem benachbarten Orchesterverein Schaffhausen zu einer temporären Spielgemeinschaft zusammenschlossen. Glücklicherweise konnte im Laufe des Jahres mit Holger Jakobs ein neuer Dirigent gefunden werden, der mit den verbliebenen Musikern einen Neuanfang wagte und somit den Grundstein für den Fortbestand des Orchestervereins Hostenbach als eigenständiger Verein legte. Zunächst konzentrierte sich das Orchester auf die Sicherstellung der musikalischen Verpflichtungen in der Dorfgemeinschaft und die Erfüllung der Rückverpflichtungen bei befreundeten Musikvereinen.

Allen Wiedrigkeiten zum Trotze, ging es langsam aber stetig wieder personell und musikalisch bergauf, so dass kurz vor Ostern 2010 erstmals wieder ein großes Konzert, das erste Frühjahrskonzert des Orchestervereins Hostenbach, stattfinden konnte. In diesem Konzert bewies neben dem Aktivenorchester auch erstmals wieder ein eigenes Schülerorchester unter der Leitung von Michael Switalla sein musikalisches Können. Auch bezüglich der Örtlichkeit gab es eine Neuerung: der Veranstaltungsort wurde von der Glückauf-Halle ins Kulturhaus im Ortszentrum verlegt. Das Frühjahrskonzert trat somit an die Stelle des 2007 letztmals veranstalteten Weihnachtskonzertes. Um den Hostenbacher Musikfreunden aber dennoch eine musikalische Einstimmung auf die weihnachtlichen Festtage zu ermöglichen, wurde ebenfalls im Jahr 2010 das klingende Adventscafé eingeführt, welches seitdem teilweise auch gemeinschaftlich mit Gastvereinen ausgerichtet wurde.

Im Jahr 2012 feierte der Orchesterverein Hostenbach mit einem Festjahr sein 90-jähriges Bestehen und konnte mit Stolz auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken und gleichzeitig wieder mit viel Euphorie in eine positive Zukunft blicken.

Eine wesentliche Veränderung im Vereinsleben brachte im Jahr 2013 der Wechsel des Proberaumes. Nach über 30 Jahren räumte der Orchesterverein die Räumlichkeiten in der Gesamtschule Weberstraße und zog mit Sack, Pack, Notenschrank und Instrumenten in den frisch renovierten neuen Proberaum im Obergeschoss des Kulturhauses Hostenbach um.

Nach 11 erfolgreichen Jahren als 1. Vorsitzende trat Bärbel Cavelius im Februar 2018 zurück. In der folgenden Generalversammlung wurde Christian Köhler zum neuen 1. Voristzenden gewählt.

In dieser Chronik blieben unerwähnt die unzähligen Lampionfeste, Frühjahrs- und Weihnachtskonzerte, Ausflüge, … die das Jahresgeschehen des OVH entscheidend prägen. Weiterhin blieben unerwähnt die vielen Helfer im Stillen, denen jedoch unser größter Dank und unsere größte Anerkennung gebührt. Danke.

Gute Geister - Helfer beim Lampionfest 1986
Gute Geister – Helfer beim Lampionfest 1986

Zum Schluss möchten wir noch das Leitmotiv der Festschrift anlässlich des 40 – jährigen Bestehens des OVH zitieren:

“Allegro in Entschlusse

Moderato in Genusse

Wer piano seine Freunde liebt

und forte seine Pflichten übt

der spielt in reinster Harmonie

des Lebens SYMPHONIE”

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